Die Verbindung macht‘s

Für die bamero AG aus Konstanz spielen Verbindungen in vielerlei Hinsicht eine Rolle. Nicht nur für ihre Arbeit im agilen Geschäftsprozessmanagement ist es wichtig, beteiligte Akteure zusammenzubringen, auch in der Verbindung zu Hochschulen und regionalen Partnern sieht das Unternehmen einen Vorteil. Wie genau diese einzelnen Verbindungen aussehen, hat uns Florian Kurz (rechts), Vorstand der bamero AG, erklärt.

bamero AG

Prozessoptimierung spielt in allen Unternehmen und Branchen eine zentrale Rolle. Ihr wendet dafür eine agile Methode an. Was bedeutet agiles Geschäftsprozessmanagement für euch und warum habt ihr euch darauf fokussiert?

Wir verbinden mit agilem Geschäftsprozessmanagement die Begriffe iterativ, inkrementell und empirisch. Das bedeutet für uns, Prozesse Schritt für Schritt unter die Lupe zu nehmen, Fehler aufzudecken und zu analysieren, um dadurch zu neuen Ergebnissen zu kommen, die überprüf- und vor allem messbar sind! Also inkrementell und iterativ empirische Ergebnisse erzeugen. Ein agiles Vorgehen ist beim Prozessmanagement deshalb von Vorteil, weil es während des operativen Geschäftsbetriebs umgesetzt wird. Das bedeutet, dass während des laufenden Betriebs die entsprechenden Prozesse parallel unter die Lupe genommen werden.

 

Wie läuft das in der Praxis konkret ab?

Wir haben zum Beispiel für einen unserer Kunden den Rechnungseingang digitalisiert. Hier stellte sich für das Unternehmen zunächst einmal die Frage, ob sie dafür eine Gesamtlösung einkaufen sollten oder evtl. eine Teillösung ausreichen würde. Unser Ziel war es herauszufinden, was sich am Ende für den Kunden lohnt und welche Investitionen für ihn tatsächlich gewinnbringend sind. Wir schlugen daher vor, zunächst die entscheidende Kennzahl im Rechnungseingang – in diesem Fall das Skonto – zu identifizieren. Dafür haben wir während des normalen Geschäftsbetriebs die Rechnungen digitalisiert und dann einen Workflow aufgesetzt, der in der Buchhaltung überprüfte, ob die Rechnungen gezahlt wurden. Damit hatten wir eine Kennzahl und ein empirisch belegbares Ergebnis. Auf Basis dieser Daten konnte dann entschieden werden, ob noch weitere Investitionen notwendig waren, oder ob die identifizierte Kennzahl bereits zu den gewünschten Ergebnissen geführt hatte. Durch diese Vorgehensweise konnten wir unserem Kunden eine auf seine Bedürfnisse zugeschnittene Lösung anbieten.

 

Die bamero AG beschreibt sich als Bindeglied zwischen Fachbereich und IT. Was möchtet ihr damit aussagen?

Unser Ziel ist es, IT und Business zusammenzubringen. Durch maßgeschneiderte und individuelle Prozessoptimierungen bringen wir IT und Business an einen Tisch, sodass beide Seiten voneinander lernen und profitieren können. Die Potenziale werden zusammengeführt, weil beispielsweise die IT-Abteilung durch digitalisierte Prozesse mehr Daten aus der Buchhaltung und anderen Systemen abrufen kann. Damit ein Unternehmen auf Basis der gewonnenen Daten seinen Workflow später auch selbst weiter optimieren und entwickeln kann, braucht es eben eine agile Methode, welche die fachliche Seite und die IT-Seite zusammenbringt.

 

Ihr hattet euren Sitz zunächst in Stuttgart, habt euch dann aber entschieden, euren Standort nach Konstanz zu verlegen. Welchen Vorteil seht ihr als junges Unternehmen hier am Bodensee?

Wir sehen die Nähe zu den regionalen Hochschulen als einen klaren Vorteil. Außerdem ist die Dreiländerregion ein idealer Standort für neue Geschäftsbeziehungen.  Darüber hinaus arbeiten wir schon lange eng mit der HTWG Konstanz zusammen. Fast alle unsere Mitarbeiter sind Absolventen der HTWG und diese Beziehung wollen wir durch unseren Standort in Konstanz beibehalten, weiter stärken und ausbauen. Und natürlich spielt auch der Bodensee eine nicht zu unterschätzende Rolle. Es ist einfach toll, in dieser reizvollen Region zu arbeiten.

 

Apropos HTWG: In welcher Beziehung steht ihr zum Konstanzer Institut für Prozesssteuerung (kips)?

Unser Aufsichtsratsvorsitzender und Gründer Dr. Marco Mevius (Bild links) ist Direktor des kips. Deshalb besteht schon immer eine enge Verbindung zwischen dem kips und der bamero AG. Wir sehen das als eine hervorragende Möglichkeit, Wirtschaft und Wissenschaft miteinander zu verbinden. Das kips bildet den wissenschaftlichen und forschungsorientierten Rahmen zum Thema Geschäftsprozessmanagement. Die bamero AG kann wiederum Ergebnisse mit realem Erlebnis liefern. So entsteht angewandte Wissenschaft, was für beide Seiten von Vorteil ist.

 

Warum habt ihr euch entschieden, Teil des cyberLAGO-Netzwerks zu werden und welchen Mehrwert seht ihr in einer Mitgliedschaft?

Wir sehen cyberLAGO als eine tolle Möglichkeit, über den Tellerrand zu blicken. Das gilt vor allem auch für unsere Mitarbeiter. Die angebotenen Events sind immer eine gute Gelegenheit, um sich mit weiteren Themen auseinanderzusetzen und sich zu informieren. Außerdem ist uns der Austausch mit anderen wichtig. Wir arbeiten generell viel mit Partnern zusammen und sehen durch cyberLAGO die Chance, den IT-Markt besser kennenzulernen und uns zu vernetzen. Es gibt viele „hidden champions“ in der Region, mit denen man normalerweise aber nie wirklich in Kontakt kommt. cyberLAGO ist für dieses Kennenlernen und den Austausch eine ideale Plattform.

 

Wie wollt ihr das Netzwerk weiter unterstützen und vorantreiben?

Wir bringen uns gerne mit unserem Know-how im Netzwerk ein, sei es durch Vorträge, Kooperationen oder fachlichen Austausch – außerdem unterstützen wir gerne, wenn es darum geht, die Digitalwirtschaft in der Region sichtbarer zu machen.